Salto, Stolz und Siedewurst
Am 7. März 2026 war der SSV Nümbrecht wieder Gastgeber für den Kürwettkampf des Turnverbands.
Samstagmorgen um 9.00 Uhr bedeutet das für die freiwilligen Helfer, die Turnhalle vorzubereiten, die Cafeteria aufzubauen und die ersten Turnerinnen in Empfang zu nehmen. Dank vieler großzügiger Spenden konnten wir ein üppiges Kuchen- und Salatbuffet anbieten, und natürlich fehlten auch die traditionellen Waffeln und Siedewürstchen nicht. Schließlich sollen sich unsere Gäste bei uns wohlfühlen und die Turnerinnen sich zwischendurch stärken.
Denn Stärke ist das, was die Mädels brauchen. Wer schon einmal sein Kind zu einem Wettkampf begleitet hat, weiß, wie viele Nerven es kostet. Wie sehr sie sich unter Druck setzen, die Leistung ihres geliebten Sports auch unter Wettkampfbedingungen abzurufen.
In der Konzentration klappt auf einmal ein Salto, der im Training noch nie funktioniert hat – und eine sichere Balkenübung, die beim letzten Training noch blind geturnt werden konnte, entpuppt sich plötzlich als Desaster.
Nicht für uns Zuschauende. Wir staunen über die Fortschritte, die die Mädchen gemacht haben, über den Fokus, den sie haben, jubeln bei jeder Übung und freuen uns über die Show in den glitzernden Anzügen. Von Herzen wünschte ich, die Turnerinnen könnten sich durch unsere Augen sehen.
Wie viel Mut es kostet, vor Publikum seine Kür zu turnen, immer wieder das Risiko einzugehen, zu scheitern, und sich trotz des Lärms in der Halle ganz auf sich und die nun kommenden Bewegungsabläufe zu konzentrieren.
Leider fällt es naturgemäß schwer, sich durch die Augen anderer zu sehen, und so gibt es auch immer wieder bittere Tränen, wenn sie an ihren eigenen, viel zu hohen Ansprüchen scheitern.
Doch hier zeigt sich, warum Vereinssport eigentlich so wichtig ist. Es geht nicht nur um Bewegung und die Förderung von Talenten. Es geht um Zusammenhalt und Empathie.
Wenn die Kameradin gerade noch tapfer das Kampfgericht grüßt, bevor frustriert und enttäuscht die Tränen kullern, merkt man: Es geht um mehr als Leistung und Konkurrenz. Da wird getröstet und aufgebaut. Wenn man sie dort sitzen sieht, Arm in Arm, sich flüsternd wieder Mut machend und einfach füreinander da, dann ist man stolzer als über jede Medaille.
Doch auch hier müssen sich die Mädchen nicht verstecken. Denn es gab nicht nur Tränen der Enttäuschung, sondern natürlich auch Begeisterung für toll geturnte Übungen. Am Ende haben sich alle verbessert, an Erfahrung gewonnen und sind wieder ein Stückchen mehr zusammengewachsen.

Es wäre wirklich wünschenswert, wenn nicht nur wir Turnereltern, sondern auch die Gemeinde Nümbrecht sowie potenzielle und vorhandene Sponsoren sehen würden, was die Turnerinnen des SSV Nümbrecht dort leisten – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.
Denn der Verein braucht dringend Hilfe und Unterstützung. Ohne Trainer*innen kein Turnen. Schon die Breitensportgruppe muss Dienstags auf ihr Training verzichten, weil es uns einfach nicht gelungen ist, jemanden für dieses Training zu finden.
So können wir weiter Waffeln backen, die Mädchen zum Training bringen und sie bei Wettkämpfen anfeuern – doch für manches braucht es mehr als nur guten Willen.
Da sind Matten und Geräte, die dringend ausgetauscht werden müssten. Da sind Trainerinnen, die auf Kosten ihrer Freizeit unermüdlich für unsere Töchter da sind. Da sind Hallenzeiten, die gekürzt wurden, sodass insgesamt weniger Training stattfinden kann. Und trotzdem haben wir eine Warteliste mit über 100 Mädchen, die es kaum erwarten können, mit diesem wunderschönen Sport endlich anfangen zu dürfen – einem Sport, der eben mehr ist als nur Bewegung.
Lasst uns für unseren Verein kämpfen – für unsere Mädchen.
Jede Spende ist willkommen.
Und wer sich vorstellen kann, die Mädchen beim Training zu unterstützen: Jede und jeder ist herzlich willkommen.
Meldet euch einfach über die Website bei unserer Trainerin Steffi Karsten.
Beericht: Michelle Selbach
